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 (01:56 h)

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Überall begegnen uns Autoritäten und Hierarchien. Doch was ist das überhaupt, eine Autorität?

Ob im Beruf, in der Erziehung oder in der Wissenschaft, überall begegnen uns Autoritäten und Hierarchien. Doch was ist das überhaupt, eine Autorität? Wie entsteht sie? Wie wichtig ist sie für die Gesellschaft? Beobachten wir nicht in allen sozialen Bereichen die Forderung, Kommunikation auf Augenhöhe zu vollziehen? Sollen Eltern demnach Kinder wie kleine Erwachsene erziehen? Kommen wir überhaupt ohne ein Autoritätsgefälle aus und basiert die wissenschaftliche Autorität tatsächlich nur auf Kompetenz?

Gemeinsam mit dem Physiker und Philosophen Dr. Hannes Kurtze besprechen wir einen Zeitungsartikel „Immer auf Augenhöhe“ der Soziologin Dr. Irmhild Saake. Darin vertritt die Autorin die These: „Die Menschen der freien Welt ertragen keine Ungleichheiten und Machtunterschiede mehr. Das macht die Welt gerechter. Und wahnsinnig kompliziert.“ Anhand einiger Beispiele beschreibt Dr.Saake bedauernd einen gesellschaftlichen Wandel hin zur Einebnung von Hierarchien, den nicht alle am Stammtisch so teilen. Wenn wir bei der Frage nach der richtigen Erziehung mit Kritik noch zaghaft sind, hier und da sogar Zustimmung äußern, gibt es für uns spätestens bei Formulierungen wie „Man kann nicht sinnvoll Wissenschaft betreiben, ohne ganz altmodisch und autoritär auf das bessere Wissen zu beharren.“ kein Halten mehr. Was ist besseres Wissen? Und beschrieb nicht bereits Pierre Bourdieu die Wissenschaftsbetrieb als einen verschworenen Zirkel mehr oder weniger willkürlicher Autorität? Wir versuchen uns einiger Fragestellungen mittels Klassikern der Systemtheorie anzunähern. Niklas Luhmann, Talcott Parsons und Émile Durkheim sollen uns etwas über Ethik und Moral erzählen. Außerdem befassen wir uns mit der Entscheidungsfrage zwischen autoritärem oder antiautoritären Erziehungsstils und zeigen auf, wieso empirische Studien diese Frage nur schwer beantworten können. Abschließend üben wir – wie es sich gehört – noch etwas Kapitalismuskritik, indem wir die Frage stellen, ob unterschiedliche didaktische Methoden des natur- und geisteswissenschaftlichen Schulunterrichts zu einer zementierung bestehender ökonomischer Verhältnisse beitragen.

Vielen Dank an dieser Stelle an unseren Hörer Moritz, der und fragte, in welchem Alter man mit einem Selbststudium der Soziologie beginnen solle.

00:00 Intro
1:33 Begrüßung
4:50 Kann man zu früh mit Soziologie beginnen?
17:35 Mit Nichtverstehen klarkommen
33:22 Jedes Argument stimmt
37:07 Wissenschaftliche vs. ökonomische Produktivität
38:58 Niklas Luhmann und falsch verstandener Relativismus
40:39 Kann man sich in eine Person hineinversetzen?
48:37 Biologische Hierarchien
49:09 Autorität in der Wissenschaft
53:40 Wissenschaftsbetrieb nach Bourdieu
1:02:35 Akademischer Stil vs. Wissenschaftsbetrieb
1:08:00 Moral nach Niklas Luhmann
1:11:56 Moral nach Émile Durkheim
1:15:53 Moral nach Talcott Parsons
1:20:55 Anerkennung aller Standpunkte und dann?
1:22:06 Das Mülleimermodell (Garbage Can Model)
1:25:40 Was ist eine Autorität?
1:29:48 Autoritäre vs. antiautoritäre Erziehung
1:34:01 Rassismus wider Willen
1:37:35 Willkür der Autorität
1:39:05 Studienlage zum besten Erziehungsstil
1:42:06 Relativismus zementiert Kapitalismus
1:51:30 Wir kommen zum Ende

Diese Folge steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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Links zur Sendung:

Musik:

“Off to Osaka”
Kevin MacLeod
Creative Commons Namensnennung Lizenz

Introspot:

“Ratgeber Erziehung – Chlorhuhn und Pubertät”
Uli Kaiser et al
Youtube-Link

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