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Der SoWi-Stammtisch geht in die erste Runde. Eines der ungeklärten Rätsel der Soziologie ist die Frage, womit sich Soziologie eigentlich befasst.

Der SoWi-Stammtisch geht in die erste Runde. Eines der ungeklärten Rätsel der Soziologie ist die Frage, womit sich Soziologie eigentlich befasst. Dabei klingt es so schön einfach, wenn der Soziologe Georg Simmel sagt: „Aufgabe der Soziologie ist, die Formen des Zusammenseins von Menschen zu beschreiben und die Regeln zu finden, nach denen das Individuum, sofern es Mitglied einer Gruppe ist, und die Mitglieder der Gruppen untereinander sich verhalten.“ Dennoch ließ sich der Philosopph Hans-Joachim Schoeps zu einer Bemerkung hinreißen, nach der Soziologie die Kunst sei, eine Sache, die jeder versteht und die jeden interessiert, so auszudrücken, dass sie keiner mehr versteht und sie keinen mehr interessiert.

Wir hoffen nicht, dass unsere Hörerinnen und Hörer Hans-Joachim Schoeps Ansichten über die Soziologie teilen. Wer jedoch eine klare Antwort auf die Frage nach dem Wesen der Soziologie sucht, den müssen wir enttäuschen. Bei der Annäherung an eine Antwort, begeben wir uns tief in die Abgründe unserer persönlichen Erfahrungen im Soziologiestudium. Was war es, dass für jeden von uns Stammtischlern die Liebe zur Soziologie entfachte? Doch eine Antwort muss her, denn über dieser Folge schwebt der unheilvolle Urteilsspruch der diskordianischen Instanz, Dr. Bartoscheck. Seine Meinung zur Soziologie ist dazu geeignet, jeden Soziologieschaffenden unmittelbar in die psychologische Sprechstunde zu treiben, um wenigstens etwas an Sebstbewusstseinsgrundsubstanz zu retten. Sollte es da ein Zufall sein, dass diese Aussage im Psycho-Talk, einem pschologischen Podcast geäußert wurde? Nein, hier muss es sich um eine angelegte Verschwörung handeln. Doch bevor wir zum Gegenargument ausholen, müssen wir an diesem Stammtisch unsere Getränkewahl überdenken. Der Anteil alkoholischer Getränke hält sich bedenklich stark in Grenzen. Also was ist nun diese Soziologie, diese Krisenwissenschaft? Allen voran wird uns der soziologische Klassiker Emilé Durkheim (1858-1917) Pate stehen. Er entwarf eine soziologische Methode nach strengen naturwissenschaftlichen Maßstäben. Soziologie als exakte Naturwissenschaft? Kann das gutgehen? Dem gegenüber steht der nicht minder große Max Weber (1864-1920) mit seinem tendenziell interpretativen Paradigma. So die Lehrmeinung. Aber wozu hat unser Podcast denn einen promovierten Techniksoziologen, wenn dieser nicht auch mal die Lehrmeinung widerlegt? – Stichwort: „Konvergenzhypothese“. Wie dem auch sei, die Antwort auf die Wesensfrage der Soziologie, lässt sich nicht so leicht fassen. Jedenfalls nicht von Soziologen. Wir galoppieren kreuz und quer durch das Fach, und als auch noch die Frankfurter Schule mit ihren Neomarxisten Adorno, Habermas und die Krtischen Theorie ebenso ins Spiel kommten, wie deren Gegenspieler Niklas Luhmann samt Systemtheorie wird klar, wie utopisch unsere ursprünglich festgesetzte Zeitgrenze für die Diskussion war. Zwar ist der Soziologie eine gewisse Gegenstandslosigkeit zu attestieren, dies gilt jedoch nicht für unsere persönlichen Erfahrungen während des Studiums, von denen wir uns gegenseitig berichten. Dabei stellen sich interessante Gemeinsamkeiten heraus. Zum Beispiel eine gewisse Prädisposition zu lebenserschütternden Einsichten. Genauer analysieren wir das natürlich nicht, wovon sollen sonst die Psychologen leben? Stattdessen diskutieren wir Unterschiede im Studium der beiden Fachdisziplinen. Ob wir die Frage nach dem Wesen der Soziologie lösen konnten, verraten wir hier nicht. Nur soviel: Wir haben es zumindest versucht …

Diese Folge steht unter einer CC BY-SA Lizenz.

Links zur Sendung:
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Audiozitate:

Das einleitende Audiozitat ist dem Psycho-Talk entnommen.

Musik:

„Off to Osaka“
Kevin MacLeod
Creative Commons Namensnennung Lizenz

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